Moderne erklärt - Orgelpunkte im Juni

Orgelmusik ist meistens relativ kompliziert: Fugen, Choralvorspiele, theologische Themen, die verarbeitet werden, sind eben oft nicht selbsterklärend. Richtig schwierig wird es, wenn die moderne Tonsprache zuschlägt. Dann fühlt sich der Hörer und die Hörerin zurecht allein gelassen im Kirchenraum, beschallt von komplexen Orgelklängen, die sich kaum sortieren lassen und der Hörgenuss bleibt dann auf der Strecke.

Deshalb bietet die nächste Orgelpunktreihe im Juni mehr Genuss für Moderne durch Erklärungen, quasi drei Gesprächskonzerte am Stück mit modernen Programmen.

Am Pfingstsonntag, den 5. Juni spielt Anna Linß um 18 Uhr die 3. Sonate über Volkslieder von Paul Hindemith. Und das Schöne an dem Werk ist, dass es auch etwas zum entdeckenden Mitsingen gibt.

Eine Woche später, am 12. Juni um 18 Uhr, wird Thorsten Grasmück die Variationen in fis-Moll von Max Reger erläutern, visualisieren und natürlich auch spielen.

Und am 19. Juni um 18 Uhr ist Jorin Sandau aus Darmstadt zu Gast. Er bringt farbige Musik von Olivier Messiaen mit.

Der Eintritt zu den Orgelpunkten ist frei, Spenden sind erbeten.

Im Schatten - Komponistinnen

Komponistinnen in der klassischen Musik und gerade im Bereich der Kirchenmusik stehen immer noch im Schatten der männlichen Komponisten.
Fantastische Frauen wie Louise Farrenc, Ethel Smyth, Marianna von Martines, Emilie Mayer oder Mathilde Kralik sind uns heute überhaupt kein Begriff, obwohl sie auf höchstem Niveau komponierten. Sie sind teilweise nicht mal verlegt, die Noten findet man nur als Manuskript im Internet.

Clara Schumann ist noch mit die bekannteste Komponistin und steht trotzdem im Schatten ihres Mannes Robert Schumann. Sie war eigentlich sogar die Begabtere von den beiden, schrieb bereits mit 16 Jahren ein Klavierkonzert, was sie unter Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy im Leipziger Gewandhaus auch uraufführte. Leider waren die Zeiten im 19. Jahrhunderte andere, Clara bekam insgesamt 8 Kinder und stellte ihre Karriere zurück zugunsten ihres Mannes. Nachdem Robert 1856 gestorben war, konnte sie sich wieder etwas mehr auf ihre eigene Pianistinnenkarriere besinnen, war dann sogar erste Klavierlehrerin am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt, was heute noch existiert.

Emilie Mayer ist eine Komponistin, deren Name heute völlig unbekannt ist und das, obwohl sie der "weibliche Beethoven" genannt wurde im 19. Jahrhundert.

Und die Komponistin Marianna von Martines war eine Schülerin von Joseph Haydn, war zu ihrer Zeit sehr angesehen und trotzdem ist uns ihr Name heute
nicht mehr bekannt.

Das Südpfälzische Kammerorchester will gemeinsam mit befreundeten Blech- und Holzbläsern am Sonntag, 26. Juni um 18 Uhr diese drei Komponistinnen in der Stiftskirche zu Gehör bringen. Der Pianist Jürgen Kruse wird das oben genannte Klavierkonzert von Clara Schumann gemeinsam mit uns aufführen. Außerdem gibt es eine Sinfonia in C-Dur von Marianna von Martines und die Faust-Ouvertüre von Emilie Mayer zu hören.

Karten für dieses besondere Konzert gibt es ab Anfang Juni in der Engel-Apotheke zu kaufen.