Blechbläserensemble und Orgelpunkte im Februar

Am Sonntag, den 4. Februar 2024 ist um 18:00 Uhr das Pfälzische Blechbläserensemble in der Stiftskirche zu Gast. Unter Leitung von Landesposaunenwart Matthias Fitting spielt das Exzellenzensemble der Landeskirche Werke von der Romantik bis zur Moderne. Der Eintritt ist frei, Spenden sind für die pfälzische Posaunenarbeit erbeten.

Einen Blick hinter die Kulissen der Orgel werfen können Sie am Sonntag, den 11. Februar. Stifts- und Bezirkskantorin Anna Linß zeigt, erklärt und spielt die Rieger-Orgel der Stiftskirche um 11:30 Uhr, 13:00 Uhr und um 14:30 Uhr. Die Orgelführung dauert etwa 75 Minuten. Wegen begrenzten Plätzen wird für die Orgelführung um Anmeldung gebeten unter bezirkskantorat.landau@gmail.com oder im Gemeindebüro (Tel.: 06341 620806).

Der Orgelpunkt am Sonntag, den 18. Februar um 18:00 Uhr ist einem Komponisten gewidmet, den man auf den ersten Blick gar nicht so sehr mit der Orgel verbindet, viel mehr mit seinen großen Orchesterwerken: Anton Bruckner, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag gratulieren wollen. Er hat bis auf wenige Studien- und Gelegenheitswerke keine komponierte Orgelmusik hinterlassen, wobei er als als Orgelimprovisator internationale Triumphe feierte. Prof. Martin Lücker hat einen Komponistenreigen aus Lehrern, Zeitgenossen und Nachfahren zusammengestellt, die sich hier zu einem „Orgelkonzert für Anton Bruckner“ versammeln und quasi den Kreis des Möglichen umschreiben, wenn Bruckner denn für Orgel komponiert hätte.

Am Sonntag, den 25. Februar ist um 18:00 Uhr der Kirchenmusiker und Organist Felix Mende aus Bremen zu Gast. Er bringt nicht nur Werke der Komponisten Olivier Messiaen und Johann Sebastian Bach mit, sondern auch Max Regers Choralfantasie über den bekannten Choral „Wie schön leucht uns der Morgenstern“ und lässt so die Rieger-Orgel in voller Pracht „schön und herrlich“ erstrahlen.

Schon zweimal haben sich Pfarrerin Heike Messerschmitt, Dekanin i. R. Angelika Keller und Stifts- und Bezirkskantorin Anna Linß zusammen getan um starke Frauen aus der Bibel auf die Bühne sowie schweigende Komponistinnen zum klingen zu bringen.

Am 3. März 2024 ist es um 18 Uhr das nächste Mal so weit: Starke Frauen in der Bibel treffen auf Komponistinnen, lassen Sie sich überraschen von Mut, Kühnheit, Zartheit und Durchsetzungskraft von Frauen aus vergangenen Zeiten, die uns heute zum Vorbild werden können.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

Frieden und Ewigkeit im Karfreitagskonzert der Landauer Kantorei

„O könnt ich fliegen wie Tauben dahin, weit hinweg vor dem Feinde zu flieh’n“ – so schrieb es Felix Mendelssohn Bartholdy in seiner Hymne „Hör mein Bitten“ für Sopran, Chor und Orchester. Die Bitte um Frieden umrahmt das Karfreitagskonzert der Landauer Kantorei und der Kammerphilharmonie Mannheim am 29. März um 18 Uhr. Mit Mendelssohns „Verleih uns Frieden gnädiglich“, einer Vertonung des alten Luthertextes, beginnt das Konzert und endet mit dem „Dona nobis pacem“ aus Franz Schuberts Messe As-Dur.

Franz Schuberts Wahl der Tonart ist sicherlich kein Zufall gewesen. Die Tonart As-Dur steht für im 18. und 19. Jahrhundert für den „Gräberton, Tod, Grab, Gericht“ und auch für „Ewigkeit“, Karfreitag klingt also eindeutig nach As-Dur, wenn auch einzelne Sätze der Messe in E-Dur, C-Dur und anderen, sehr weit von As-Dur entfernten Tonarten, geschrieben wurden.

Zusätzlich zur Landauer Kantorei und der Kammerphilharmonie Mannheim haben wir ein junges Solistenquartett gewinnen können: Serena Hart (Sopran), Nicole Schumann (Alt), Stephen Matthews (Tenor) und Leon Zimnol (Bass). Die Leitung hat Stifts- und Bezirkskantorin Anna Linß.

Karten für das Karfreitagskonzert gibt es ab dem 29. Februar in der Engelapotheke und über die Ensembles der Stiftskirchenmusik für 25,- €, 20,- €, 18,- € und 13,- € (ermäßigt 12,- €, 10,- €, 5,- €).

Orgelpunkt Psalmfrüchte

Psalmfrüchte

Täglich ein Gedanke, ein kleiner Post auf Instagram und Facebook von @drbauersdailydose – hinter diesem Namen steckt Pfarrer Dr. Stefan Bauer. Wie die tägliche Dosis Vitamine durch Gemüse oder Früchte hat @drbauersdailydose während der Corona-Pandemie begonnen die Psalmen neu zu lesen, neu zu formulieren und so zu durchdringen. Das Ergebnis waren 150 Psalmfrüchte, die inzwischen auch in einem Buch erschienen sind. Stefan Bauer liest im Orgelpunkt am 14. April 2024 um 18 Uhr einige seiner „Psalmfrüchte“, Anna Linß wird dazu vertonte Psalmen auf die Orgel bringen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

Psalmfrucht vor 500 Jahren, vor 300 Jahren, jetzt.

28. April, 10 Uhr, Bachkantate im Gottesdienst

Eine weitere „Psalmfrucht“ ist das 500 Jahre alte Lutherlied „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“. Luther interpretiert darin den Psalm 12, einen Klage- und Vertrauenspsalm. Das 1523/24 entstandene Lied wurde bald nach seiner Veröffentlichung zum reformatorischen Bekenntnislied. 200 Jahre nach der Entstehung, im Jahre 1724, nutze Johann Sebastian Bach dieses Lied für seine gleichnamige Choralkantate „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“ mit einer raffinierten Chorfuge zu Beginn der Kantate, gewagten Harmonien und natürlich wunderschönen Rezitativen und Arien. Noch mal 300 Jahre nach der Entstehung der Bachkantate singt die Landauer Kantorei, begleitet vom Südpfälzischen Kammerorchester, am Sonntag, den 28. April um 10 Uhr diese Kantate. Alt singt Sandra Stahlheber, die Tenorpartie wird Daniel Schreiber übernehmen und den Basspart Jona Steuerwald. Die musikalische Leitung hat Anna Linß, Orgel wird Thorsten Grasmück spielen. Liturgie und Predigt übernimmt Dekan Volker Janke.

DIVERS, VIELFÄLTIG, BUNT

Kindermusical der Kinderkantorei am Sonntag, 23. Juni um 15 Uhr gegen den „Einheitskäse“ – und für Vielfalt

Eine große Käseverschwörung betrifft das ganze Land. Statt Gouda, Emmentaler, Camembert, Parmesan und anderen käsigen Leckereien soll nun nur noch „Einheitskäse“ produziert werden. Einige mutige Mäuse, die ja bekanntlich große Käsefans sind und vor allem die Käsevielfalt lieben, stellen sich diesem Plan entgegen.

Die Landauer Kinderkantorei führt am Sonntag, den 23. Juni um 15 Uhr das Kindermusical „Max und die Käsebande“ von Peter Schindler im Großen Saal auf der Bühne im Gemeindehaus der Stiftskirche auf. Unter Leitung von Susanne Roth-Schmidt erarbeiten die drei Kinderkantoreigruppen ihre Rollen, die Lieder und Solostücke. Als Schauspieltrainerin für die jungen Mäuse (und ihre Widersacher) konnten wir Anna Maria Weiss gewinnen. Am Klavier spielt Anna Linß.

 

Projektionen und Fabelwesen – Sommerkonzert der Landauer Kantorei, Freitag 28. Juni 19:30 Uhr

Die sogenannten „Zigeuner“-Lieder von Johannes Brahms für vierstimmigen Chor und Klavier sind voller Bilder von Freiheit, Liebe und Verlust. Diese Bilder sind allerdings Projektionen, welche die weiße Dominanzkultur bestimmten Menschen bzw. Gruppen zugeschrieben hat und neben vielen anderen rassistischen Stereotypen immer noch zuschreibt. Diese Lieder sollen im Sommerkonzert der Landauer Kantorei am Freitag, den 28. Juni um 19:30 Uhr nicht nur als musikalische Meisterwerke betrachtet werden, sondern auch als kritischer Anlass genommen werden, zu sensibilisieren, die historischen Wurzeln von Vorurteilen zu reflektieren und zu hinterfragen. Denn die Figur, auf die man seit Jahrhunderten Sehnsüchte und Ängste projiziert, existiert nicht im realen Leben, sondern in der Vorstellung der Dominanzgesellschaft, ebenso wie „die Loreley“ oder der „Wassermann“.

Für eine Einordnung steht Dr. Andra Daghiciu von der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus Rheinland-Pfalz zur Verfügung.

Es singt die Landauer Kantorei, begleitet von Gerhard Betz am Flügel, die musikalische Leitung übernimmt Anna Linß.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

 

Blech trifft Saite

Während die einen filigrane Holzinstrumente mit sich herumtragen, haben die anderen rubuste Instrumente aus Blech, die Minusgraden und Feuchtigkeit trotzen. Und auch die Physik der Instrumente bringt große Missverständnisse mit sich: Erwärmt sich das Streichinstrument, wird die Saite länger und der Ton tiefer. Erwärmt sich ein Blechblasinstrument etwa durch warme Atemluft, wird der Ton höher. Und es geht noch weiter mit den Missverständnissen: Personen, die ein Streichinstrument spielen, mögen tendenziell lieber die Tonarten mit Kreuzvorzeichen. Blechbläserinnen und Blechbläser lieben die B-Tonarten, sie gehören zur Naturtonreihe.

Wie soll man also so viele Missverständnisse, so viele Unterschiede übereinander bringen? Ist das nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt, zumal eine Violine wirklich sehr viel leiser ist als eine Trompete?